„süße“ Krautsuppe

Herr Dr. Wilhelm Wadl, der Direktor des Kärntner Landesarchives, hat mir dankenswerterweise Zahlen über den Verzehr von Kraut im 19. Jahrhundert zur Verfügung gestellt. Es wurde süß, also frisch zubereitet, oder als Sauerkraut gegessen.  So betrug beispielsweise  der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in einem Musterhaushalt in Kolbnitz im Jahre 1832 pro Person 40 Krautköpfe. Laut einem Wochenspeiseplan aus Sirnitz aus dem Jahr 1833 gab es Kraut gar sieben Mal in der Woche zum Mittagessen und sechs Mal zum Abendessen.

Zutaten
1 Zwiebel
5 dkg fein geschnittener Speck
1/2 Krautkopf
2 mehlige Erdäpfel
Salz, Pfeffer, Kümmel
Grammeln

Zubereitung
Die Speckwürfel zergehen lassen und die feingeschnittene Zwiebel darin anlaufen lassen. Das Kraut hacheln, die Erdäpfel schneiden und dazugeben.
Würzen, mit Wasser aufgießen und ca. 25 min kochen lassen.
Wenn das Kraut weich ist, mit einem Purierstab eher die Erdäpfel purieren, damit die Suppe sämig wird. Das Kraut sollte dabei im Wesentlichen nicht zu sehr zerkleinert werden.
Vor dem Servieren mit Grammeln bestreuen.

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4 Gedanken zu “„süße“ Krautsuppe

  1. Solche Zahlen finde ich immer hochspannend. In Hamburg gab es früher einmal einen Aufstand des einfachen Hauspersonals, weil sie täglich Lachs vorgesetzt bekamen. Es wurde dann tatsächlich geändert und in die Arbeitsverträge aufgenommen. 🙂
    LG Oli

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    1. Oh, das ist sehr interessant!!! Ich finde, dass die Hintergrundinformationen sehr viel vom Charme eines alten Rezeptes ausmachen. Mein Besuch im Kärnter Landesarchiv hat sich wirklich gelohnt, habe so viele interessante Daten bekommen und werde in Häppchen darüber berichten!
      LG Gudrun

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