Eine „Kärntner Nationalspeise“. So steht es im handgeschriebenen Kochbuch meiner Mutter beim Rezept für Dampfnudeln. Sie war in den 1950er-Jahren Wanderkochlehrerin, hat auf Bauernhöfen und in Gasthäusern Kochkurse abgehalten. Dampfnudeln kamen zu hohen Feiertagen und auch im Sommer, wenn viel Feldarbeit anstand, häufig auf den Tisch. Ein großer Topf wurde mit feuchtem Stroh gefüllt und erhitzt, der Teig wurde in ein Tuch gehüllt und ein Deckel daraufgelegt. Bis zum Essen konnte der Germteig unbeaufsichtigt garen, wenn alle vom Feld kamen, war er fertig.
Dieses Rezept finden Sie im Buch „Weihnachten wie früher in Kärnten“, erschienen im Wito Verlag
½ Würfel frische Germ
⅛ l Milch
250 g griffiges Mehl
50 g Butter
1 Ei
30 g Zucker
Salz
Honigbutter
100 g Butter
120 g Honig
- Germ mit etwas Milch und 2 EL Mehl zu einem Dampfl verrühren, zudecken und kurz gehen lassen.
- Die Butter zur Milch geben und erwärmen, bis die Milch lauwarm ist.
- Mehl, Dampfl, Milch mit Butter, Ei, Zucker und Salz verkneten, bis der Teig Blasen wirft und sich von der Schüssel löst.
- An einem warmen Platz gehen lassen.
- Den Teig noch einmal kneten und eine große Kugel formen.
- Ein bemehltes Baumwolltuch in einen Dampfeinsatz legen. Das Teigstück hineingeben und einen gut schließenden Deckel darauf geben. Den Teig über Dampf eine Stunde garen, dabei geht er sehr stark auf.
- Für die Honigbutter die Butter zerlassen, den Honig dazugeben und verrühren.
- Wenn die Dampfnudel fertig ist, wird sie auf einem großen Teller mit einem Küchenfaden in Keile geschnitten und mit der Honigbutter übergossen. Dazu gab es oft Oamilch (= Oaweible).
