„Die große Fasten“
Am 12. Februar 1910 schreibt der Lavanttaler Bote einen Artikel über die Osterfastenzeit und bezeichnet sie als „die große Fasten“. Unter anderem kann man darin lesen, dass in der Karwoche „Hochzeiten und öffentliche Lustbarkeiten“ untersagt sind.
Während der Fastenzeit wird an Sonntagen nicht gefastet – das Rezept stammt von Veronika Asprian aus Reichenfels. Ihre Großmutter hat den Fastenstrudel an Sonntagen in der Advent- und Osterfastenzeit auf den Tisch gebracht hat.
200 g glattes Mehl
1 Ei
1 Prise Salz
2 EL lauwarmes Wasser
1 EL Rapsöl
1 EL Butter
Fülle:
1 Faustvoll Speckwürfel
1 Faustvoll Brotwürfel
Bratensaft
Mehl, etwas Salz, das lauwarme Wasser und Rapsöl kneten, bis ein seidig glatter und geschmeidiger Strudelteig entsteht. Er soll sich sauber von der Form lösen.
Den Boden einer Schüssel mit Öl bedecken und den Teig hineingeben. Mit Öl bestreichen, zudecken und warm eine 1/2 Stunde rasten lassen – wenn der Teig nicht rastet, lässt er sich nicht ausziehen!
Nach dem Rasten ein Baumwolltuch auf einen Tisch legen und gut mit Mehl bestäuben.
Den Teig etwas auseinanderziehen und auf das Tuch legen. Zuerst über die Handkuppen von der Mitte her, dann mit den Fingerspitzen vorsichtig vom Rand weg ausziehen – für den Fastenstrudel sollte der Teig nicht zu dünn sein.
Die dicken Teigränder wegschneiden, man kann sie zu Farfalan verarbeiten.
Für die Fülle die Speckwürfel in einer Pfanne etwas auslassen, dann die Brotwürfel dazugeben und mitrösten.
Ungefähr die Hälfte des Teiges mit der Fülle bestreuen. Die freie Hälfte und die Teigränder mit etwas zerlassener Butter oder mit Öl bepinseln, dadurch kleben die Schichten beim Kochen nicht zusammen.
Zum Einrollen das Tuch auf einer Seite mit beiden Händen langsam in die Höhe heben. Mit den Handkanten ungefähr 10 cm lange Stücke abdrücken und den Strudel über Dampf etwa 15 Minuten garen.
Vor dem Essen mit Bratensaft übergießen, früher wurde heißes Schweineschmalz darüber gegeben, das wird dann aber sehr üppig.
Dazu gibt es Salat oder Sauerkraut.
