Strugglnudel mit Kletzenfülle

Zutaten
Nudelteig
40 dkg griffiges Mehl
Salz
2 Eier
8 EL lauwarmes Wasser
Fülle
30 dkg Kletzen (= Dörrbirnen)
nach Geschmack 1 Handvoll gedörrte Zwetschken
1/2 kg Bröseltopfen
2 EL Honig
2 EL Brösel
viel Zimt
1 Messerspitze Nelkenpulver
Butter zum Übergießen

Zubereitung
Die Kletzen und Zwetschken schon am Vortag einweichen. Im Einweichwasser kochen, bis sie weich sind. Abkühlen lassen.
Aus den Zutaten für den Nudelteig einen elastischen glatten Teig zubereiten und 30 min rasten lassen. Sollte der Teig zu fest sein, kann man noch etwas lauwarmes Wasser darunterkneten.
Die Kletzen passieren oder faschieren, die restlichen Zutaten dazugeben und gut vermengen.
Den Nudelteig auf einem Nudelbrett zu einem großen Fleck auswalken, mit der Kletzenfülle bestreichen und einrollen. In ein sauberes Tuch einschlagen und in siedendem Wasser 40 min kochen.

Mit zerlassener, leicht gebräunter Butter servieren.

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Bäuerliche Weihnachten – 24. Dezember, Heiliger Abend

Um 6.00 Uhr in der Früh gingen die Menschen in die Kirche zur Rorate. Der 24. Dezember war ein Fasttag – erst zu Mittag gab es eine Mehlsuppe und Wutzelnudeln mit Mohn, fallweise mit Apfelmus.
Zur Jause wurden Piggalan, das Siaße oder Woazenes mit viel Schlagobers gegessen. Manchmal gab es dazu ein Kompott aus Dörrobst. Dazu viel Schlagobers!
Am Nachmittag wurde in der Stube der Boden zur Gänze mit Stroh bedeckt und alle Leute, die am Hof lebten, legten sich auf dieses Stroh, beteten einen Rosenkranz und ruhten sich bis zum Kirchgang aus.
Wenn es finster wurde, gingen der Bauer oder der Moar (= Oberknecht) rund um den Hof, durch alle Räume und durch den Stall rach’n: Dazu wurden in der Räucherpfanne der alte Palmbuschen, Gewürzkräuter und Tannenzweige angezündet.
Während alle Hausleute bei der Mitternachtsmette waren, räumten die „Schelmwachten“, also diejenigen, die während der Kirche zu Hause blieben und den Hof bewachten, das Stroh wieder weg. Nach der Mette musste die Stube wieder blitzsauber sein!
Nach der Mette wurde die Mettenwurst mit Sauerkraut, Kren und Brot aufgetischt.
Der Weihnachtsbaum war über dem Tisch aufgehängt, geschmückt mit roten Äpfeln, einfachen Keksen, Lebkuchen, Nüssen, selbstgemachten Strohsternen, in Seidenpapier gewickelten Zuckerwürfeln und Bienenwachskerzen. Am Abend wurden drei Rosenkränze gebetet, dann die Kerzen angezündet. Als Weihnachtsgeschenk bekamen alle Haushaltsangehörigen und auch die Patenkinder einen Woazaschmölzer (= Reindling), je nach Alter der Beschenkten fiel er unterschiedlich groß aus. Als weitere Geschenke gab es Socken oder Handschuhe; für die Männer ein Hemd, für die Frauen einen Pullover oder eine Weste. Die Kinder wurden gleich wie die Erwachsenen beschenkt, manchmal war auch ein selbstgefertigtes Spielzeug dabei.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Familie Riegler aus der Sommerau für ihre Auskünfte!

 

Das Siaße

Was essen Sie zu Weihnachten? Vielleicht Piggalan oder das Siaße? Beide Gerichte haben im Lavanttal eine lange Tradition, und es gibt viele verschiedene Varianten.

Zutaten
30 dgk Woaza (= Reindling), der Teig wird nicht gefüllt und er sollte für das Siaße nicht allzu süß sein
25 dkg Kletzen (= Dörrbirnen)
25 dkg getrocknete Zwetschken
ev. ¼ l Saft von Kirschenkompott
15 dkg fein geriebener Mohn
7 dkg Zucker
1-2 Stamperl Schnaps
nach Geschmack ¼ l Schlagobers

Zubereitung
Am Vortag die Kletzen und die Zwetschken in Wasser einweichen.
Am nächsten Tag werden sie im Einweichwasser gekocht, dabei sollten sie immer knapp mit Wasser bedeckt sein.
Wenn die Dörrfrüchte weich sind, den Topf vom Herd nehmen und im Sud abkühlen lassen. Abseihen, die Flüssigkeit mit dem Saft vom Kirschenkompott und dem Schnaps abschmecken.
(Die Früchte kann man für Kletzennudeln verwenden, in manchen Haushalten werden sie wie Kompott gegessen.)

Das Woaza wird in dünne Scheiben geschnitten, eine Lage wird in eine Schüssel gegeben. Darüber kommen Mohn und Zucker, dann wieder eine Schicht Woaza, die nächste Schicht besteht wieder aus Mohn und Zucker. Das Ganze mit abgeschmecktem Saft übergießen und servieren. In manchen Haushalten kommt auch noch Schlagobers darüber.

Ich bedanke mich bei Sabine V. aus Preitenegg und Sabine L. aus St. Johann für Ihre Unterstützung beim Zusammenstellen des Rezeptes.

 

Keks

Aus dem handgeschriebenen Kochbuch von Maria Baumgartner aus Reichenfels (1940).

6 dkg Butter werden schaumig gerührt, nach und nach 2 ganze Eier, 15 dkg Zucker, 1/8 l saurer Rahm, 60 dkg Mehl, 1/2 dkg Speisesoda, etwas feine Zitronenschale dazugeben. Man arbeitet den Teig glatt ab und lässt ihn eine 1/2 Stunde kühl rasten. Dann wird er auf dem Nudelbrett messerrückendick ausgewalkt und mit Formen ausgestochen, auf ein befettetes Blech gelegt und goldbraun gebacken.

Für Christbaumschmuck muss man schon vor dem Backen jeden Keks ausstechen, dass man einen Faden durchziehen kann. (Übrigens: Der Christbaum wurde in unserer Gegend nicht aufgestellt, sondern hing von der Decke, also dem Plafond, herunter.)

Man bereitet auf gleiche Art und Weise von 15 dkg Butter, 3 Eiern, 20 dkg Zucker, einer Schale Rahm oder Milch, 1 P. Backpulver, 1 kg Mehl einen Teig. Wenn man will, kann man zu dieser Masse eine Msp. Zimt, 3 geriebene Gewürznelken und Zitronenschale dazugeben. Man formt fünf Laibchen, lässt sie eine halbe Stunde rasten, walkt sie mit dem Messerrücken dick aus, drückt ein Reibeisen auf, sticht Formen aus und bäckt sie goldbraun.

(Einzahl: der Keks, plural: die Keks)

Kletzennudeln

Ursprünglich stammen die Birnen aus Persien und bereits in der Antike wurde mehrfach über sie berichtet. Mit der Romanisierung kam dieses köstliche Obst nach Österreich.
Birnen sind nicht lange haltbar, deshalb wurden sie früher – wenn sie nicht zu Most verarbeitet wurden – meistens gedörrt. Auf vielen Bauernhöfen gab es Darrhütten, wo Obst getrocknet wurde, häufig wurden es auch nach dem Brotbacken im Brotbackofen getrocknet. In der Kärntner Küche wurden früher große Mengen an gedörrten Birnen verzehrt, so berichtet zum Beispiel mein Vater, dass es in seiner Kindheit freitags meisten Kletzennudeln gegeben hat.

Zutaten
Nudelteig
40 dkg griffiges Mehl
Salz
2 Eier
8 EL lauwarmes Wasser

Fülle
30 dkg Kletzen (= Dörrbirnen)
nach Geschmack 1 Handvoll gedörrte Zwetschken
1/2 kg Bröseltopfen
2 EL Honig
2 EL Brösel
viel Zimt
1 Messerspitze Nelkenpulver

Butter zum Übergießen

Zubereitung

Die Kletzen und Zwetschken bereits am Vortag einweichen. In Einweichwasser kochen, bis sie weich sind. Abkühlen lassen.

Aus den Zutaten für den Nudelteig einen elastischen glatten Teig zubereiten und 30 min rasten lassen.

Die Kletzen passieren, die restlichen Zutaten dazugeben und gut vermengen. Aus der Fülle kleine Kugeln formen. Man kann die Kletzen auch faschieren, dann wird die Füller allerdings nicht so fein, wie wenn sie passiert wird.

Den Nudelteig etwa 3 mm dick ausrollen und mit einem Krapfenausstecher runde Teigstücke mit einem Durchmesser von ungefähr 7 cm ausstechen. Eine Kugel Fülle in die Mitte jedes Teigstückes legen, ein zweites Teigstück darübergeben und die Ränder mithilfe einer Gabel gut zusammendrücken.

In kochendes Salzwasser einlegen und bei geringer Hitze zirka 15 min kochen lassen. Zum Servieren mit zerlassener, leicht gebräunter Butter übergießen. Dazu passt Apfelmus oder Milch.

Guten Appetit!