Hollerstrauben

Zutaten für 4 Personen
12 Hollerblüten (im Ganzen) vom schwarzen Holunder
4 EL Mehl
3 EL Milch
3 ganze Eier
Salz
Pflanzenöl zum Herausbacken

Zubereitung
Hollerblüten ausschütteln, waschen und gut abtropfen lassen.
Aus Mehl, Milch, Eiern, Salz einen weichen glatten Teig bereiten.
Hollerblüten in den Teig eintauchen und in einer Rein goldgelb herausbacken.
Auf einigen Blättern Küchenrolle abtropfen lassen.
Vor dem Servieren mit etwas Staubzucker bestreuen.

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Hollersirup

Zutaten
2,5 l Wasser
5 dkg Zitronensäure oder Weinsteinsäure
2 Biozitronen
2 Orangen
10 Holunderblüten
2 kg Zucker

Zubereitung
Die Blüten bei Sonnenschein in der Mittagszeit abschneiden, dann ist ihr Geschmack am intensivsten.
Wasser, Zitronensäure, in Scheiben geschnittene Zitronen und Orangen sowie Holunderblüten 48 Stunden in einem Glas zugedeckt stehen lassen.
Anschließend abseihen.
Den Zucker zum Saft geben und gut erhitzen (aber nicht kochen).
Noch heiß in saubere Flaschen füllen und sofort verschließen.

Ich danke Christl H.aus Wiesenau für dieses Rezept!

Im Kochbuch Süddeutsche Küche von Katharina Prato aus dem Jahr 1896 wird statt Zitronensäure Weinsteinsäure verwendet (gibt es in der Apotheke) – sie ist eine gute Alternative für alle, die die Zitronensäure schlecht vertragen.

Maiwipfelhonig

Zutaten
1/2 kg frisch gepflückte Maiwipferl
1 kg Zucker

Zubereitung
Maiwipfel sind die jungen Triebe von Fichten im Frühjahr. Sie sind hellgrün und weich, am besten verwendet man sie, wenn sie ungefähr 2 bis 3 cm lang sind.
Maiwipfel und Zucker werden in mehreren Schichten in ein Glas gegeben.
Die oberste Schicht muss aus Zucker bestehen und die Wipfer gut abschließen.
Das Glas mit einem Bauchwolltuch abdecken.An einem hellen Platz zwei Wochen stehen lassen, nach und nach bildet sich ein honigfarbener Saft, die Maiwipfel werden dabei hellbraun.
Nach zwei Wochen wird das Ganze durch ein Baumwolltuch abgeseiht und in dunkle Gläser gefüllt.
Der Maiwipfelsaft hält bis weit in den Winter hinein und ist ein altes Hausmittel gegen Husten –  dazu löst man einen Esslöffel in einem Glas Milch auf.

Türkensterz

Türkenkorn oder türkischer Weizen ist eine alte Bezeichnung für Mais, die man bereits im Herders Conversations-Lexikon aus dem Jahr 1854 finden kann.

 Zutaten
25 dkg grobes Polentamehl (= Maismehl)
1 gestrichener TL Salz
½ l Wasser
5 dkg (Butter-)Schmalz
Grammeln nach Belieben

Zubereitung

  • Variante I: Wasser salzen und zum Kochen bringen. Das Polentamehl in das Wasser einrieseln lassen. Dabei gut umrühren. Die Masse eine halbe Stunde im heißen Rohr ausdünsten lassen.
  • Variante II: Das Polentamehl in kochendes, gesalzenes Wasser einrühren.
    Die Hitze zurücknehmen und den Sterz 10 min auf niedrigster Stufe kochen, dann vom Herd nehmen und 10 min ausdünsten lassen.
  • Variante III: Das Polentamehl linden. Kochendes, gesalzenes Wasser darübergeben, gut rühren. 20 min auf niedrigster Stufe dünsten.
  • Variante IV: Das Polentamehl im heißen Schmalz gut durchrösten und mit kochendem Wasser aufgießen. Salzen. Auf niedrigster Stufe 20 min. dünsten lassen.

Türkensterz legt sich leicht an, daher sollte man ihn regelmäßig gut umrühren.

(Butter-)Schmalz darübergeben und den Sterz mit einer zweizinkigen Gabel zergabeln. Nach Geschmack Grammeln dazugeben.

Der Sterz wird mit süßem Milchkaffee, Buttermilch oder saurer Milch serviert.

 

Dampfnudeln

Zutaten
½ kg griffiges Mehl
6 dkg Zucker
6 dkg Butter
1 Würfel Germ (= Hefe)
1 TL Salz
¼ l Milch
2 Eier

5 dkg Butter
2 EL Honig

Zubereitung
Etwas  Milch leicht erwärmen, Germ darin auflösen und mit etwas Mehl zu einem Dampfl (= Ansatz) vermischen. An einem warmen Ort zugedeckt ca. 20 min gehen lassen.
Anschließend die restliche Milch erwärmen, Salz, Butter und Zucker darin auflösen und zum Mehl geben und Eier  dazugeben. Das Dampfl mit allen genannten Zutaten sehr gut verkneten, bis sich der Teig glatt und glänzend von der Schüssel löst.
Das fertige Teigstück bemehlen und eine halbe Stunde lang zugedeckt an einem warmen Ort rasten.
Aus dem Teig kleine Kugeln formen.  (In manchen Haushalten wird aus dem Teig eine Rolle geformt.)
Gehen lassen.
In einem befetteten Dampfeinsatz 15 min garen, dabei gehen die Knödel sehr stark auf.
Butter in einer Rein zerlassen, den Honig dazugeben und verrühren.
Vor dem Servieren die fertigen Dampfnudeln mit einer Gabel zerreißen und die Butter-Honig-Soße darübergeben.

Dampfnudeln waren früher eine Fastenspeise, die es am Karfreitag gab – allerdings ohne die Soße.

Herzlichen Dank an Sabine L. aus St. Johann für dieses Rezept!