kandierte Veilchen

Veilchen – wenn man sich mit der altösterreichischen Küche beschäftigt, kommt man an kandierten Veilchen nicht vorbei. Man denke nur an Kaiserin Sisi …
Sie haben einen ganz besonderen Geschmack und eignen sich gut zur Dekoration von feinen Mehlspeisen.

Zutaten
frische Veilchen
10 dkg Zucker
2 EL WasserStaubzucker zum Bestreuen

Zubereitung
Veilchen ohne Stiel poflücken und gut ausschütteln.
Die Herstellung ist denkbar einfach: Zucker und Wasser aufkochen und etwas köcheln lassen – der so entstehende Sirup soll nicht allzu dick sein, sonst bleibt er in großen Klumpen an den Blüten kleben.
Auf Handwärme abkühlen lassen.
Veilchen in den Sirup getaucht.
Auf einem Gitter an einem warmen Ort trocknen lassen.

Die besten Ergebnisse habe ich damit erzielt, die Blüten nach dem Trocknen vorsichtig in ein Glas mit Staubzucker zu schichten und rund eine Woche stehen zu lassen. Der Zucker nimmt dann auch den Veilchengeschmack an und kann für feine Crèmes verwendet werden.

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Hadnkranznudel

Zutaten
35 dkg Weizenmehl
1 Dotter
handwarmes Wasser nach Bedarf
Salz

Fülle
30 dkg Hadnmehl
1 P. Germ
1 EL Zucker
1/4 l Schlagobers oder Sauerrahm
1 Ei
Butter oder Grammelfett

Zubereitung
Aus Mehl, Ei, Wasser und Salz einen eher weichen Nudelteig zubereiten.
Rasten lassen.
Das Hadnmehl wird in einer Pfanne geröstet, bis es ganz trocken ist (= linden). Das Mehl anschließend abkühlen lassen, bis es handwarm ist. Mit Zucker, Germ, Schlagobers bzw. Sauerrahm, Milch und Ei gut verrühren. Diese Fülle soll sich gut streichen lassen.
Der Nudelteig wird dünn zu einem runden Fleck ausgewalkt und mit der Fülle bestrichen. Von der Mitte her werden kreuzförmig 10 cm lange Einschnitte gemacht. Diese Enden werden von innen nach außen eingerollt, so entsteht ein Kranz. Die Ränder mit Eiklar bestreichen, damit sie gut zusammenkleben.
Den Kranz in vier bis sechs Stücke schneiden, die Enden gut verschließen und 20 min in Salzwasser kochen.
Nach dem Kochen werden die Nudeln in fingerdicke Scheiben geschnitten und mit Butter oder Grammelfett abgeschmalzen.
Wird mit Salat oder Milch bzw. saurer Milch gegessen.

 

Erdäpfelknödel aus rohen Erdäpfeln

Zutaten
1 kg mehlige Erdäpfel
Salz
1 Ei

Zubereitung
Erdäpfel waschen, schälen und fein reiben – man kann sie auch in einer Küchenmaschine sehr fein hacken. In ein sauberes Tuch geben und einige Minuten gut austropfen lassen, anschließend mit dem Tuch fest auswringen.
Die Erdäpfel mit  Ei und Salz gut vermischen.
Mit feuchten Händen Knödel formen und 20 min über Dampf garen. (Beim Kochen in Wasser neigen die Knödel dazu, zu zerfallen.)

Mit den rohen Erdäpfelknödeln hatte ich immer Schwierigkeiten, öfter als einmal wurde daraus eine Art pürierte Erdäpfelsuppe – der entscheidende Tip kam von Jacktel von ichkoche, bei dem ich mich ganz herzlich bedanke!

 

Steirisches Krautfleisch

Zutaten
1 Zwiebel
1 EL Essig
3/4 kg rohes Sauerkraut
1 kg Schweinefleisch
Salz, Kümmel

Zubereitung
Lasse in einer Kasserolle eine geschnittene Zwiebel gelb anlaufen, gieße mit Wasser und Essig auf und gibt dann Sauerkraut, sodann  1 kg Schweinefleisch, Salz und Kümmel und wieder eine Lage Sauerkraut ; gieße dann entsprechend Wasser darauf und lasse alles zusammen weich dünsten.
Man serviert das Fleisch auf dem Sauerkraut und gibt Salzerdäpfel dazu.

(Quelle: Das Blatt der Hausfrau, Oesterr. Ungar. Zeitschrift, 17. Jahrgang, Heft 11, 16. Dezember 1906, S. 284)

 

Had’ntorte

Zutaten
20 dkg Butter
14 dkg Zucker
4 Dotter
1 P. Vanillezucker
4 Eiklar
20 dkg Mandeln
17 dkg Had’nmehl (= Buchweizenmehl)
1 P. Backpulver

15 dkg Staubzucker
1 Zitrone
eingekochte Preiselbeeren
Schlagobers

Zubereitung
Eiklar sehr steif schlagen.
Dotter, Zucker, Vanillezucker und Butter schaumig schlagen. Zuerst Eischnee und dann Mehl, Backpulver und Mandeln darübergeben und mit einem Schneerute vorsichtig unterheben.
Bei 170 °C ca. 45 min backen und auskühlen lassen.

Torte in der Mitte auseinanderschneiden und mit Preiselbeeren füllen.
Für die Zitronenglasur den Saft einer Zitrone mit so viel Staubzucker glattrühren, dass eine dicke Creme entsteht. Auf der Torte regelmäßig verteilen. Stehen lassen, bis die Glasur getrocknet ist.
Mit Grantnschleck garnieren.

 

 

Lavanttaler Osterjause

Zutaten
Selchfleisch
gekochte Schweinszunge
Schweinsbraten
Selchwürste
hartgekochte Eier
frischer Krenn

Zubereitung
Selchfleisch, gekochte Schweinszunge, Schweinsbraten und Selchwürste werden in mundgerechte Stücke geschnitten und in Lagen auf einem großen Teller aufgeschichtet. Zwischen die einzelnen Lagen wird großzügig geriebener Krenn gestreut. Auf die oberste Schicht kommt noch einmal Krenn und hartgekochte Eier.

Dazu gibt es einen Reindling.

Ich danke meiner lieben Freundin Herta St. aus Mischling für das Rezept und vor allem für die Einladung zu dieser köstlichen Jause.

Liebster Award – die Dritte

Dinner4artemis  von Professor Mundls Küchenblog hat meinen Blog für den Liebsten Award nominiert – ganz lieben Dank! Ich freue mich sehr über die Anerkennung, zumal es schon der dritte Award innerhalb sehr kurzer Zeit ist!

Meine Fragen sind:

  1. Wann sind die Zeiten, zu denen du deinen Blog schreibst?
    Ganz unterschiedlich, je nachdem wie ich dazukomme.
  2. Was war dein schlimmster Koch- oder Backunfall?
    Buchteln, die als Flachteln aus dem Rohr gekommen sind.
  3. Gibt es eine Küche, der du nichts abgewinnen kannst?
    Eigentlich nicht. Ich mag nur nichts mit E-Nummern …
  4. Hättest du gerne ein Restaurant?
    Nein danke, das wäre mir viel zu stressig.
  5. Kochst du auch im Urlaub?
    Sogar sehr gerne.
  6. Wie machst du deinen Blog bekannt?
    Ich schreibe 14-tägig Rezepte für eine Lokalzeitung, wenn eines erscheint, schauen viele Leute auf meinen Blog. Und kommen manchmal auch wieder 🙂
  7. Kochen bei dir zuhause auch andere Familienmitglieder oder Mitbewohner?
    Nein, eigentlich nicht.
  8. Gibt es jemanden in deinem Umfeld, den dein Blog nervt?
    Ich glaube schon, ich kann mich für die alten Rezepte und die Geschichten rundherum sehr begeistern und rede mich manchmal ein bisschen in Fahrt. Eine Entschuldigung an euch alle, die ihr zu höflich seid, meinen Redefluss zu unterbrechen!!!
  9. Was würdest du gerne kochen oder backen können?
    Schneeballen – da kriege ich den Trick einfach nicht heraus.
  10. Bist du Vegetarier/in oder Veganer/in?
    Ich esse sehr wenig Fleisch, viel lieber Obst und Gemüse.
  11. Was würdest du unter keinen Umständen essen wollen?
    Käsekrainer

Meine Nominierten sind:

Alex von heat’neat
Gartenkuss
Olivertwistfoodblog
Katcreatescakes

Meine Fragen:

  1. Wann hast du zu kochen begonnen?
  2. Dein liebstes Gericht?
  3. Dein allererstes Kochbuch?
  4. Wofür kannst du dich beim Essen am meisten begeistern?
  5. Was magst du am liebsten kochen?
  6. Wie oft bloggst du?
  7. Beantwortest du alle Kommentare?
  8. Du hast plötzlich fünf Gäste und nicht viel im Kühlschrank – was machst du?
  9. Was gefällt dir bei Bloggs gut?
  10. Fehler, die man beim Bloggen nicht begehen soll.
  11. Nimmst du an Kochkursen teil?

Blogregeln für den Liebsten-Blog-Award :

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat.
  3. Nominiere 2 (bis 11) weitere Blogger für den Liebster Award.
  4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Blog-Artikel.
  6. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
  7. Das Beitragsbild kannst du optional in deinen Beitrag einfügen.

Mehlsuppe

Der Karfreitag war früher in vielen Haushalten ein strenger Fasttag. Oftmals wurde daher zu Mittag nur eine Mehlsuppe gegessen. Mein Großvater, der sehr religiös war, hat dabei sogar auf die Buttermilch verzichtet, weil er an diesem Tag nichts aß, was tierischen Ursprungs war – seine Suppe war damit eigentlich vegan.

Für die Mehlsuppe wurde um diese Jahreszeit Buttermilch verwendet, weil es erst später im Jahr saure Milch gab.

Zutaten
1/2 l Wasser
Salz, Pfeffer, Kümmel
1/2 l Buttermilch
2 EL Mehl
Brot
Schnittlauch

Zubereitung
Wasser mit Kümmel aufkochen. Die Buttermilch mit dem Mehl versprudeln und in das kochende Kümmelwasser geben. Mit einem Schneebesen versprudeln, noch einmal aufkochen lassen.
Zum Servieren wird die Suppe über blättrig geschnittenes, kurz gebähtes Brot gegossen. Mit Schnittlauch anrichten.

Brennnesselspinat

Mein Vater hat sich, weil heute Gründonnerstag ist, ein Gericht aus seiner Kindheit gewünscht: Brennnesselspinat. Das Sammeln hat zwar ein bisschen gedauert, weil die Brennnesseln momentan noch sehr klein sind, aber das Ergebnis hat sich gelohnt.

Zutaten
Eine große Schüssel frischer Brennnesseln
1 Zwiebel
1 gestrichener EL Mehl
1/8 l Milch
2 Knoblauchzehen im Ganzen
Salz, Pfeffer, Muskat
2 EL Sauerrahm

Zubereitung
Erste Voraussetzung: Gummihandschuhe
Von jungen Brennnesseln die Spitzen abschneiden.
Sorgfältig mehrere Male waschen, kleinschneiden – nicht auf diesen Schritt verzichten, sonst ist das Passieren sehr mühsam-, dünsten.
Während die  Brennnesseln dünsten, Zwiebel rösten, Mehl dazugeben, mit Milch aufgießen, Knoblauch, Salz, Pfeffer und Muskat dazugeben.
Die gedünsteten Brennnesseln passieren und in die Soße geben, Knoblauch entfernen.
Vom Herd nehmen, Sauerrahm darunterrühren.

Wird am Gründonnerstag mit Rösterdäpfeln und Spiegelei gegessen.

Osterbrot

Zutaten
1/2 kg griffiges Mehl
1 P. frische Germ
1/4 l Milch
Saft und Schale einer halben Zitrone
1/18 l Weißwein
2 Gewürznelken
1 KL Salz
5 dkg Zucker
5 dkg Butter
1 Schuss Schnaps
ev. eine Handvoll Rosinen

Zubereitung
Den Wein mit den Gewürznelken aufkochen und auskühlen lassen. Aus den genannten Zutaten einen Germteig zubereiten, auch den abgekühlten Wein zugeben.
Nach Geschmack können auch Rosinen in den Teig geknetet werden.

Den fertigen Teig in einer runden, bemehlten Form gehen lassen. Wenn der Teig aufgegangen ist, wird er vorsichtig auf ein Backbleck gegeben, mit Eidotter bestrichen und bei 160 °C 50 min gebacken.

Ich bedanke mich bei Oma Friedl aus Wartberg für dieses Rezept!